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Michaela tschilpt

8 Fragen an paula.paul

18. Juni 2008 19:50, by Michaela

paula.paul: Kollektion SERAIL Birgit Paula Reiger und Bernd Stelzer

Bei der Shop-Präsentation der Kollektion SERAIL hatte ich das Vergnügen, die kreativen Persönlichkeiten, die hinter dem Schmucklabel paula.paul stehen, kennen zu lernen. Soeben wurde meine Neugierde, wie die beiden meine 8 Fragen beantworten würden,  gestillt. Und Hier kommt schon das Interview:

Wer ist paula.paul?

paula.paul sind Birgit Paula Reiger und Bernd Stelzer.

Woher kommt paula.paul?

Geografisch:
aus Tirol bzw. Oberösterreich.

Künstlerisch:
von Jus und Romanistik über Tapisserie zu Metall/Objekt und Produkt in Linz bzw. von Geologie und Jalousienmontage zu Automotive Design in Detroit.

Inhaltlich:
von Oberfläche und Material zu Skulptur und Konzept.

Wo will paula.paul hin?

Klein, fein und teuer bleiben.
International und bekannter als bloß ein Geheimtipp werden.

Was unterscheidet paula.paul von anderen Labels?

Der Schmuck unterwirft sich nicht der Kleidung sondern umgekehrt.

Gestalterisch sehr breiter Horizont und daher auch nicht leicht konsumierbar: eine Herausforderung für Trägerin und Träger.

Nichts für „Herdenspirit“.

Wie finanziert sich das Label, leistet ihr euch z.B. auch internationale Präsentationen?

Die Finanzierung erfolgt zum Teil aus dem Verkauf, zum Teil aus Lehraufträgen und Workshops.

Internationale Präsentationen sind zur Zeit nur im Rahmen von Galerien und Ausstellungshäusern leistbar.

Wie seht ihr die österreichische Modeförderung?

Gut dass es sie gibt … hat auch wesentlich dazu beigetragen, dass die Existenz österreichischen Modedesigns abseits von door-opener Helmut (Lang, Anm.d.A.) ins Bewußtsein von Modeinteressierten gedrungen ist.

Was zeitgenössisches Schmuckdesign betrifft, ist allerdings weder Bewußsein, noch Kenntnis geschweige denn Anerkennung vorhanden. Anmerkung: auf (kunst-)universitärer Ebene gibt es österreichweit keine spezifischen Ausbildungsmöglichkeiten mehr.

Was fällt euch zu „Mode in Wien ein“?

Erste Gedankenkette: hier tut sich was … viele engagierte kleine Labels … facettenreich.

Zweite Gedankenkette: von „offizieller“ Seite wird nur eine Handvoll davon gepusht … schade … macht die ganze Sache etwas eindimensional.

Fazit: Wien ist kein Nährboden für den großen modischen Erfolg. Dafür ist die Stadt cool und leistbar.

Was sollte sonst noch über paula.paul gesagt werden?

Keep watching … and dare buying!

Herzlichen Dank für das Interview!

  • Mehr Info unter www.paulapaul.at
  • Die Raum-Installation und natürlich die Stücke gibt es noch bis 21. Juni bei be a good girl.
  • Fotos: Andreas Peter Wall

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Emailinterviews mit österreichischen Designerinnen und Designern.

Michaela tschilpt

Style-Unterstützung zur Fußball-EM: Die Miniaturen von Anne-Marie Herckes

23. Mai 2008 07:22, by Michaela

Nur auf den ersten Blick erinnern sie ein bisschen an die kleinen Bären- und Roboteranhänger von Prada, denn Anne-Marie Herckes macht mehr: Die Absolventin der Antwerp Royal Academy und der Modeklasse Wien kreiert nämlich ganze Kollektionen zum Anstecken im Kleinformat.

Passend zur Fußball Europameisterschaft gibt es jetzt Fanbroschen mit kompletter, kleiner Fußballer-Ausstattung in Landesfarben sowie Handy-Anhänger mit Fußballschuh. Ihre aufwendig gearbeiteten Stücke sind derzeit noch nicht in Wien erhältlich, aber wer bei bei Colette verkauft, braucht sich darüber wohl kaum zu grämen. Für meine Interview-Serie hat mir Anne-Marie Herckes einige Fragen beantwortet:

Wer ist Anne-Marie Herckes?

Das bin ich, eine Modedesignerin aus Luxemburg, die ihr Studium in Wien an der Angewandten absolviert hat und seit 2 Jahren eine Miniaturkollektion entwickelt.

Wo kommst du her?

Wie gesagt, kommen tu ich aus Luxemburg, bin momentan auch wieder dort, habe aber 6 Jahre in Wien gelebt, zuerst zum Studieren, später zum Arbeiten.

Was unterscheidet Anne-Marie Herckes von anderen Labels?

Meine kleider kann man nicht anziehen…

Wie finanzierst du dein Label, leistest du dir z.B. auch internationale Präsentationen?

Meine Kollektion zeige ich 2 mal im Jahr in Paris während der Fashion Week, finanziell ist das oft schwierig, aber bis jetzt ist es dank Hilfe von mehreren Stellen doch immer wieder gelungen.

Wie siehst du die österreichische Modeförderung?

Die Förderung der Modeleute in Österreich ist sehr, sehr gut. Ich kann das ja mittlerweile mit dem Ausland vergleichen, und da ist es weitaus schwieriger da es dort keine modespezifischen Förderungen gibt und man immer auf der Suche nach Schlupfwinkeln ist, in andere Förderprogramme reinzupassen. Dank des Modepreises des BMUKK [2003, Anm.d.A.] hatte ich ja auch schon die Chance Erfahrungen bei internationalen Designern [Praktika bei Viktor & Rolf und Kostas Murkudis, Anm.d.A.] zu sammeln.

Was sollte sonst noch unbedingt über Anne-Marie Herckes gesagt werden?

www.anne-marieherckes.com

Danke für das Interview!
Photos: Anne-Marie Herckes
Die Fußball-Items gibts auch online zu kaufen.

Michaela tschilpt

8 Fragen an Kathi Macheiner / SIXXA

20. April 2008 23:42, by Michaela

Die Grafikerin und Snowboarderin Kathi Macheiner produziert schon seit 2004 unter dem Label sixxa Streetwear for girls. Diese Woche eröffnet sie im 7. Bezirk unter dem Motto “Everyone else opens big Flagship Stores, we open a little Dinghy” ihren Sixxa Dinghy Store. Ich freue mich sehr, dass sie auch noch Zeit für ein Email-Interview gefunden hat:

Wer ist sixxa?

sixxa ist ein Streetwearlabel für Tomboys - Mädels und Frauen, die nicht dem gängigen Frauenklischee entsprechen. 2004 von Kathi Macheiner gegründet und mit einem Schwerpunkt auf Illustration und alltagstauglichen Schnitten. Der Background als Snowboarderin läßt sich ebenso wenig verleugnen, wie mein Character-Fetish.

Wo kommst du her?

Ich bin ursprünglich aus Wien, habe lange in Altenmarkt/Pongau gewohnt und gearbeitet und wechsle jetzt zwischen beiden Orten. Im Moment bin ich mehr in Wien.

Wo möchtest du hin?

Die sixxa Range soll in den nächsten Jahren erweitert werden, es sollen Produkte designed werden, die viele verschiedene Lebensbereiche abdecken (z. B. Wohnaccessoires). Zur Zeit suchen wir nach Vertriebspartnern im Ausland, um den Schritt vom nationalen Label zur internationalen Brand zu schaffen.
Arbeits- und Lebenszentrum ist und bleibt aber Wien und Altenmarkt. Im April starten wir unseren ersten “Sixxa Dinghy Store” in der Kirchgasse in Wien und nächstes Jahr beziehen wir unser neues Headquarter im 14. Bezirk.

Was unterscheidet sixxa von anderen Labels?

sixxa ist ein Mix aus Streetwear, Fashion und Sportswear und arbeitet im Gegensatz zu anderen Labels mit detailreichen Graphics.

Wie finanzierst du dein Label, kannst du dir z. B. internationale Präsentationen leisten?

Zur Zeit geht jeder private Cent in die Firma, außerdem war ein guter Businessplan nötig, um meine Bank zu überzeugen. Meine Familie unterstützt mich teilweise finanziell, was aber viel wichtiger ist, sie helfen immer wieder bei Vorbereitungen und Produktion.

Internationale Messen und Auftritte sind für ein kleines Label schwierig und kaum zu finanzieren. Dank der verschiedenen Awards für Jungdesigner konnte ich z. B. auf der ISPO München ausstellen. Ich hoffe in den nächsten Jahren auch an anderen internationalen Messen (Bread & Butter, The Park, etc.) teilnehmen zu können.

Wie siehst du die österreichische Modeförderung?

departure ist eine gute Plattform/Förderung für die Kreativwirtschaft in Wien. Durch die departure Pioneer Förderung kann ich Beratungsleistungen in Anspruch nehmen und kleinere Projekte (Website, Markenschutz, u. a.) finanzieren.

Was fällt dir zu “Mode in Wien” ein?

Ich wünsche mir in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit der Medien und Bevölkerung. Es gibt mittlerweile viele gute Designer und Labels in Wien, die breite Öffentlichkeit weiß darüber aber kaum Bescheid. Veranstaltungen wie der Modepalast helfen und sind eine gute Plattform. Jede zusätzliche Aktivität, jede weitere Information über Modelabels in Wien ist sinnvoll.

Was sollte sonst noch unbedingt über sixxa gesagt werden?

Für mich ist sixxa weit mehr als ein Label. Es ist ein persönlicher Spielplatz, den ich gerne mit anderen benutze. Daher arbeite ich auch ständig an der Erweiterung meines Netzwerkes und freue mich über Kooperationen mit anderen Designern, Brands oder Künstlerkollektiven.

Danke an: Eva, Lilo, Maria, Luisa und Stefan

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Emailinterviews mit österreichischen Designerinnen und Designern.

SIXXA DINGHY STORE
Kircheng. 40, 1070 Wien
Do-Fr: 11:00 - 19:00
Sa: 10:00 - 18:00

Eröffnungstage mit speziellen Angeboten am Donnerstag, 24. 4. & Freitag, 25. 4. 11-19 Uhr, Samstag, 26. 4. 11-18 Uhr (danach Party im Shultz)

Michaela tschilpt

Diesmal im Interview: Das österreichische Label dopplermichlmayr

30. Januar 2008 18:23, by Michaela

“Siehst du?” Das bezieht sich auf klassische Seh- und Tintenkleckstests. Und ist ebenfalls Titel der Kollektion, mit der mir das Designduo das erste Mal bei den ModeQuartierShows im Herbst 2006 aufgefallen ist.

dopplermichlmayr, Kollektion “Siehst du?”, 2006, Foto: Höllersberger

Wer ist dopplermichlmayr?

Maria Michlmayr und Petra Doppler

Wo kommt ihr her?

Aus Oberösterreich und Tirol

Wo möchtet ihr hin?

Unsere Basis soll Wien bleiben, mit vielen Ausflügen in andere Weltgegenden.

Was unterscheidet dopplermichlmayr von anderen Labels?

Ein Label entwickelt durch die dahinter stehenden Personen seinen Charakter. Kreative Zusammenarbeit von d & m sieht eben so aus.

Wie finanziert ihr euer Label, leistet ihr euch z.B. auch internationale Präsentationen?

Wir arbeiten seit jeher mehrgleisig - z.B. mit Entwurf und Herstellung von Theaterkostümen. Was den Vorteil hat, dass finanzielle Schwankungen ausgeglichen werden. Natürlich werden aber auch Zeit und Energie von der Arbeit an unserem Label abgezogen. Deshalb waren wir bereits in internationalen Shops vertreten, haben aber selbst noch keine internationalen Präsentationen gemacht.

Wie seht ihr die österreichische Modeförderung?

Prinzipiell ist es gut, dass es sie gibt. Unit-f hat gute Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Wie Fördergelder vergeben werden, an wen und in welcher Höhe wird immer Gegenstand von Diskussionen sein. Da haben wir halt einen anderen Blickwinkel darauf als die Fördergeber.

Was fällt euch zu “Mode in Wien” ein?

In den letzten Jahren sind viele Labels und Shops entstanden. Hoffentlich hat sich auch die Kauflust der Wiener in ähnlicher Weise vervielfacht.

dopplermichlmayr, “Stadtpflanzen”, Foto: Michael Peleschka dopplermichlmayr, “gold”, Foto: Verena Schäffer

Die Bilder zeigen einen Querschnitt durch die letzten Jahre. Fotos: Höllersberger, Michael Peleschka, Verena Schäffer.
dopplermichlmayr ist in Wien bei artup erhältlich.

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Emailinterviews mit österreichischen Designerinnen und Designern.

Michaela tschilpt

Interview & Vorschau Frühjahr/Sommer 08: rosa mosa

20. Dezember 2007 17:36, by Michaela

rosa mosa: Modell Lisa Grigio, SS08, Foto: Martin Stoebich, Styling: Yohei Yoshida

Eben habe ich meine rosa mosa Sommerschuhe angezogen. Nein, die sind noch nicht aus der neuen Kollektion. Aber ich halte das Tragegefühl einfach für passend und wichtig: die verschiedenen Lederarten, die Kombination aus weich, samtig, hart, biegsam, glatt, der Geruch…

rosa mosa: Modell Sasha Sale, SS08, Foto: Martin Stoebich, Styling: Yohei Yoshida

Wer ist rosa mosa?

Simone Springers und Yuzi Mizobuchis Label für Footwear + Accessores, fortlaufende Kollektionen von Schuhen in Kleinserien.

Wo kommt ihr her?

Salzburg/Kyoto

Wo möchtet ihr hin?

We want rosa mosa worldwide with a Vienna Headquarter.

Was unterscheidet rosa mosa von anderen Labels?

Individualität, Humanität und Klasse

Wie finanziert ihr euer Label und wie kann man sich z.B. eine Präsentation während der internationalen Fashion Weeks leisten?

Durch totale Investition der Ausschüttung aus dem Verkauf der Vorkollektion und durch Förderung (departure), durch ein Netzwerk von Fotografen, Stylisten, Assistenten, die teilweise auch auf der Basis des Naturalienaustauschs arbeiten - vielen Dank!

Wie seht ihr die österreichische Modeförderung?

Als eine sich langsam entwickelnde; gefördert wird momentan auf verschiedenen Ebenen mit sehr unterschiedlichem Target. Internationalität hat Priorität - ein scheinbar nicht abzulegender Komplex dieser Nation?

Was fällt euch zu “Mode in Wien” ein?

Einstecktücher und Fuchspelzkrägen, young designers, Helmut, that´s it.

rosa mosa: Modell Tina Giallo, SS08, Foto: Martin Stoebich, Styling: Yohei Yoshida

Die Bilder zeigen Modelle der neuen Frühjahr/Sommer Kollektion 2008. Fotos: Martin Stöbich, Styling: Yohei Yoshida

rosa mosa ist in Wien erhältlich bei:
Nachbarin
shu!
modus vivendi

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Emailinterviews mit österreichischen Designerinnen und Designern.